Jennifer Sonntag (Hrsg.): Hinter Aphrodites Augen Buch im A5-Format mit 166 Seiten
Weiblichkeit und Schönheit, beide Attribute wurden in der Antike der Göttin Aphrodite zugeschrieben. Sie war die Gewinnerin des Wettstreits um den goldenen Apfel, welcher "der Schönsten" zustand. Doch durch ihr Äußeres allein gewann sie nicht. Alle drei Göttinnen, Hera, Athene und Aphrodite, versuchten den Halbgott Paris, der die Wahl treffen sollte, mit wertvollen Geschenken zu bestechen. Aphrodite konnte das Urteil für sich entscheiden. Die Liebe setzte sich gegen die Weltherrschaft und die Weisheit durch.
Was bleibt von diesem Mythos im 21. Jahrhundert?
Täglich wird in unserer multimedialen Gesellschaft die Vorstellung vermittelt: Nur wer jung und schön ist, kann auch erfolgreich sein. Der Wahn nach körperlichem Perfektionismus verlangt nach makellosen Menschenfassaden.
Hier zeichnet sich eines der Probleme ab, mit denen gehandicapte Menschen zu kämpfen haben. Blinde Frauen werden oft in erster Linie als Neutren wahrgenommen. Das Stigma schaltet der Schönheit das Licht aus.
Im vorliegenden Buch wird spürbar, dass blinde Frauen sehr bewusst ihre ganz persönliche Definition von Weiblichkeit und Erotik leben und dass ihre Wahrnehmungsfähigkeit einen sehr sinnlichen Umgang mit dem Schönheitsbegriff ermöglicht. Hier verdient jede von ihnen einen goldenen Apfel.
Claudia Feger/ Jennifer Sonntag
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